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Versorgungsausgleich

Im Rahmen des Ehescheidungsverfahrens wird zwingend der sog. Versorgungsausgleich (Ausgleich der während der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften) durchgeführt.

Das bedeutet, dass derjenige Ehegatte, der in der Ehe höhere Anwartschaften auf Rente, Pensionen etc. erworben hat, dem anderen Ehegatten so viele Anrechte auf Altersversorgung übertragen muss, dass beide Ehegatten - immer nur bezogen auf die Ehezeit - mit der Scheidung gleich hohe Anrechte haben.

Die Durchführung des Versorgungsausgleich organisiert das Familiengericht im Rahmen der Ehescheidung von Amts wegen unter Beteiligung der Rentenversicherungsträger.

Bei einer Ehezeit von unter drei Jahren findet der Versorgungsausgleich nur auf Antrag eines der Eheleute statt.

Sollte die Differenz der Anrechte gering sein, findet ein Ausgleich oft nicht statt.

Achtung!

Als Dauer der Ehezeit gilt für die Berechnung des Versorgungsausgleichs der erste Tag des Monats, in dem die Ehe geschlossen worden ist, bis zum Letzten des Monats vor Zustellung des Ehescheidungsantrags. Es unterfallen daher grundsätzlich auch während der Trennung (vor Rechtshängigkeit des Ehescheidungsverfahrens) erworbene Anwartschaften dem sog. Halbteilungsgrundsatz. Vor diesem Hintergrund ist von einem "Hinausschieben" der Ehescheidungsantragstellung nach Ablauf des Trennungsjahres regelmäßig abzuraten.